„Selig sind die die Frieden stiften.“
Ich habe mir Gedanken um diesen Satz gemacht und was ich selbst darin sehe.
Ich sehe darin einen aktiven Prozess, keinen passiven.
Frieden „stiften“ hat etwas mit „handeln“ zu tun. Zum handeln bedarf es der Erkenntnis, einem Umstand ausgesetzt zu sein, der verändert werden muss.
Ich für meinen Teil habe diesen Umstand für mich erkannt, so dass es Zeit wird zu handeln. Viele Menschen die ich kenne, haben dies noch nicht erkannt. Sie üben sich in Demut und Friedfertigkeit und glauben damit dem „Frieden stiften“ genüge getan zu haben.
Ich will nicht belehren, wer bin ich schon, dass ich belehren könnte, ich will Impulse setzen, den Begriff des „Frieden stiften“ genauer für sich selbst zu betrachten und sich die Frage zu stellen: „Kann ich mir im Spiegel selbst in die Augen schauen und weiß, dass ich alles getan habe, um Unrecht zu verhindern?“
Wo beginnt Unrecht?
Wenn ein wehrloser Mensch in der U-Bahn verprügelt wird?
Wenn ein mehrfacher Familienvater, der jahrelang seinem Betrieb treu geblieben ist, auf einmal betriebsbedingt gekündigt werden muss?
Wenn der Bahnvorstand Herr Mehdorn im Monat 250 000 Euro bekommt... mehr als das Jahresgehalt eines Erziehers.
Wenn Bankenvorstände die Milliarden von UNSEREN Steuergeldern verspekuliert haben mit einem "goldenen Fallschirm", einer finanziellen Abfindung in millionenhöhe ausgestattet werden?
Wenn der Papst sich einerseits für den sexuellen Missbrauch durch Geistliche entschuldigt, andererseits sich jedoch für den Exorzismus ausspricht, dessen letzte Durchführung in Deutschland mit dem Tod von Anneliese Michel geendet hat?
Der Satz: „Selig, die, die Frieden stiften.“ Entstammt der Bergpredigt, er wird angesehen als christliches Handeln im Sinne und Geiste Jesu Christi.
Doch gehört zu einem bewussten gelebten Glauben auch die Auseinandersetzung mit beiden Seiten der Medallie.
Die christliche Religion hat nicht immer in der Geschichte zum Frieden beigetragen, sondern oft auch Gewalt befördert. Die Kreuzzüge des Mittelalters, die Unmenschlichkeiten der Heiligen Inquisition, die Glaubenskriege in der beginnenden Neuzeit, die Segnung von Waffen durch Geistliche auf allen Seiten - das sind Kapitel der Kirchengeschichte, für die wir uns schämen müssen.
Um bewusst Frieden zu stiften, benötigt es einer Auseinandersetzung mit den Schattenseiten, die uns ale angehen.
Niemand kann sich davon frei sprechen, niemand kann den Kopf in den Sand stecken, wenn Unrecht geschieht. Und gerade in der heutigen Zeit geschieht mehr Unrecht denn je und es gibt mehr Möglichkeiten denn je, Frieden zu stiften. Ich möchte alle dazu einladen, Friedensstifter zu werden, nicht nur durch passive Gewaltlosigkeit und Pazifismus, sondern auch bereit dafür zu sein, kämpferisch und energisch NEIN zu Unrecht zu sagen, wenn es uns begegnet.
Ich habe dazu ein paar Zeilen geschrieben, die ich gern vortragen möchte:
Ein Funken Wut trifft beständig entflammbaren Boden;
dümmliche Dekadenz der dreisten Denunzianten
verraten ein Volk, erzwingen die Ehrfurcht durch Angst
vertreten das Volk doch treten dessen Willen
die Stiefel schmecken nach Blut und Mohn,
eine einzelne Blüte klebt an der Unterseite des Stiefels,
bevor der kleine Ramin als letztes Bild seines Lebens den Abdruck
in seinem Gesicht als letztes Geschenk der Freiheit bekommt.
Ein Funken Wut trifft beständig entflammbaren Boden;
welche Wahrheit wird wegweisend werden?
Terror von außen, sperret uns ein,
denn wir werden alle des Terrors Kind sein.
Produkte der Angst die man um uns geschürt,
so geben wir uns hin voll kindlichem Vertrauen
lethargisch in der Hoffnung, die Welt still zu halten,
um selbst keine Bewegung spüren zu müssen.
Deportationen in Ghettos, die man nicht sieht,
die Grenzen ergeben sich in unserem Kopf,
sinnlos sinnieren sie selbstgerecht sicher
vom Kampf gegen Terror; die Lüge obsiegt.
Zwangsarbeit freiwillig angetreten
Freiheit sind Ketten und „Arbeit macht frei“
Überwachung bringt Sicherheit, dient unserem Schutz,
und statt Nummerntattoos biometrischer Pass.
Ein Funken Wut trifft beständig entflammbaren Boden
Fetisch Fernsehen verdrängt Freiheit für Finanzen
Bedrucktes Papier hat mehr Wert als Liebe
So sind wir gewollt, so sind wir geworden.
Im Bedürfnis nach Kampf kämpft jeder allein
Einsam erreicht ein Einzelner Erde.
Die rieselt mit leisem Rascheln auf den Sarg,
wie ein Verspotten.
Die Krematorien brennen auch wieder,
diesmal keine Leichen, kein Beweis, kein Verdacht,
eigener Wille, Erkenntnis brennt aus
und leere Hüllen bleiben leblos zurück.
Während der Geist des Bewussten geknebelt
Ködern Krawattenträger kakophonisch Kreuzträger
Die selbstlos zum Wohle der Gemeinschaft
Das Martyrium dem Kampf vorziehen.
Ein Funken Wut trifft beständig entflammbaren Boden
Ich bin immer noch hier, ich seh’ immer noch klar,
es gibt keine Möglichkeit, meine Augen zu schliessen,
nicht für euch und nicht für mich.
Ich fühle das Bewusstsein des Kollektivs
Leben lassen, lieben lehren, langsam lösen.
Ich spüre trotz der Einsamkeit die mich umgibt,
dass meine Gedanken ein Echo wieder finden.
Die Isolation ist nicht real existent,
zwischen uns und Ramin, dem afghanischen Jungen,
der nichts wollte als leben…. Ohne Angst vor dem Morgen.
Also lasst es uns einfach tun.
Ein Funken Wut trifft beständig entflammbaren Boden
Er entzündet sich, lässt Mauern zerbersten,
eingeschlossen ein Leben lang,
im Glauben, dies Feuer sei schlecht.
Asche auf euer Haupt, die ihr einst throntet über uns,
nichts seid ihr mehr wert, nachdem Gott Mammon gestürzt,
abhängig von Gnade und unserer Vernunft, die ihr uns einst
abgesprochen habt, sollen wir euch vergeben?
Durch maßlose Anstrengung habt ihr uns vieles gelehrt:
Wachstum und Fortschritt, Produktivität, Sozialneid,
Leistung und Geldfluss, skrupellos und kalt, energisch uns selbst am nächsten,
doch Vergebung? Wofür?
Mit aller Gewalt wurden friedliche Wege
verschüttet mit Steinen der Ignoranz, gefestigt mit Leim aus Lügen,
blockiert der Weg zur Erkenntnis durch Propaganda der „freien Welt“,
fesselnde Filme flimmern freudig verdummend.
Ich bin ein Gedankenverbrecher….
Und bei Gott, ich bin nicht allein,
so sehr es versucht wird, wie sehr unterdrückt,
diese Gedanken werden niemals zu töten sein.