So, also ich kann jetzt Infos aus erster Hand hier weitergeben.

Erstens mal: Die Pressemeldungen sind - wen wunderts - stark verzerrt.

Hier ist von 2000 Demonstranten die Rede, Nina Hagen wird jedoch mit keinem Wort erwähnt,
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gegen-die-geheimen-atombomben/

hier waren es dann in der Überschrift nur noch einige hundert, die zunächst friedlich waren, aber dann in das Gelände des Fliegerhorstes eindringen wollten.

http://www.pr-inside.com/de/hunderte-protestieren-in-buechel-gegen-r780622.htm

Relativ nah an der Wahrheit ist folgender Artikel:

http://www.linie1-magazin.de/linie1/news/Politik/artikel.php?id=31639

Jedoch stimmt die Zahl der Polizeibeamten nie und nimmer. Es waren wesentlich mehr als 200.

Meiner Schätzung nach waren es wohl eher 1000 Polizisten, da mag ich vielleicht aber auch zu hoch greifen. Ein Bekannter, der bei der Polizei arbeitet, war aber dort im Einsatz und er meinte, dass es etwa 700 Polizisten gewesen wären. Da traue ich demInsiderwissen natürlich eher als der Presse.

Kurzes Review von unserem Eindruck:

Wir sollten um 12:00 Uhr mittags da sein für soundcheck....
um 15:00 Uhr haben wir immernoch keinen soundcheck gehabt, dafür die Nina Hagen Band drei Stunden.
Natürlich wird dem "Headliner" bei so etwas mehr Zeit eingeräumt als den Vorgruppen, das ist ja klar, aber auch WIR wollen bei einem Gig unser Bestes geben und das kann man nicht, wenn man keinen entsprechenden sound hat. Die Orga war wohl irgendwie sehr chaotisch. Bis zum Nachmittag konnte uns noch nicht mal jemand sagen um welche Uhrzeit wir spielen sollen. Dann ging der soundcheck, den wir ja auch noch brauchten von unserer Spielzeit ab (den anderen Bands ging das übrigens genau so), so dass wir einige songs gar nicht spielen konnten.

Mit meinem Backstage-Pass war ich natürlich schon ganz schön stolz und dachte mir, dass ich endlich mal Nina Hagen kennen lernen könnte, meiner Ansicht nach die prominenteste deutsche Wahrheitsaktivistin. Dachte an anregende Diskussionen und Gedankenaustausch... nix war's.

Ich will nicht verurteilen oder allzu sehr werten,ich will nur sagen, was mein Eindruck war: Mein Eindruck war, dass Nina und ihre Band wegen irgendetwas tierisch angenervt waren und sich komplett aus dem Geschehen zurückgezogen haben. Mag sein, dass das überhaupt nicht ihre Absicht war, aber wir haben ALLE auf der gleichen Bühne gestanden und uns für die gleiche Sache eingesetzt und wir ALLE haben unseren künstlerischen Anspruch und auch das Recht, als Künstler wahrgenommen zu werden.
Für mich war es wirklich sehr demotivierend, wie Luft behandelt zu werden, es hat mich gekränkt.Nicht, dass sie sich mit mir persönlich hätte abgeben sollen oder so. Nein, so geltungsbedürftig bin ich dann doch nicht, aber ich hätte schon erwartet, dass in irgendeiner Form wenigstens mal irgendeine Kontaktaufnahme von Ninas Seite aus mit den anderen Musikern stattgefunden hätte. Es waren vier Bands, also alles schön überschaubar. Da hätte man sich ja mal zu uns setzen können, anstatt den ganzen Tag im Nightliner zu verbringen.
Ich will ihr nicht unrecht tun, sie kam schliesslich direkt von L.A. nach Büchel, war vermutlich tierisch gestresst und müde, aber hey, das ist aber nunmal das Leben das man als Künstler führt. Und auch jede andere Band, auch WIR haben unsere Fahrt nach Büchel gemacht, mussten viele Dinge im Vorfeld organisieren, haben unsere Bühnenshow gemacht und uns verausgabt, hatten mehr Kosten als alles andere (war ja alles für den guten Zweck und für uns sind hundert Euro Benzinkosten jede Menge Geld)

Demnach denke ich schon, dass man da nicht als Lückenfüller und Wasserträger benutzt werden muss. Dass Nina dann auch bei den Konzerten nicht im Publikum oder wenigstens im abgesperrten Bereich Präsenz zeigte, um die Bands auf der Bühne irgendwie anzuspornen und moralisch zu unterstützen war für mich auch eine Enttäuschung.
Dies führte auch letztlich dazu, dass ich nicht mehr bis zu ihrem Konzert geblieben bin, sondern wir vorzeitig abgereist sind, nachdem wir gespielt haben.
So gern ich da auch einen Kontakt hergestellt hätte, ich hab es nicht notwendig vor irgendjemandem zu buckeln, das sollte generell niemand notwendig haben. Schade dass es so gelaufen ist und nicht anders. Vielleicht bekomen wir ja auch nochmal offizielle Rückmeldung, warum die Stimmung so unterkühlt war. Es ist auch nur mein persönlicher Eindruck und ich weiß nicht, was die Hintergründe dafür sind.