Archiv der Einträge: September, 2008
  • Meine Söhne geb' ich nicht

    Da ich ein großer Fan des Liedermachers Reinhard Mey bin, hab ich für die Gitarre mal sein Lied "Meine Söhne geb' ich nicht" um drei weitere Strophen zum Schluß erweitert... ich klimper die zwar nur so vor mich hin auf der Gitarre, aber villeicht interessiert es ja jemanden:

    Meine Söhne geb’ ich nicht

    C G C
    Ich denk' ich schreib euch besser schon beizeiten,
    F C
    und sag euch heute schon endgültig ab.
    G am
    Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten,
    F G
    um zu sehen, daß ich auch zwei Söhne hab.
    c F G
    Ich lieb die beiden, daß will ich euch sagen,
    c F G
    mehr als mein Leben, als mein Augenlicht.
    C F G am
    und die, die werden keine Waffen tragen:
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Ich habe sie die Achtung vor dem Leben,
    F C
    vor jeder Kreatur als höchstem Wert,
    G am
    ich habe sie Erbarmen und Vergeben,
    F G
    und wo immer es ging Lieben gelehrt.
    c F G
    Nun werdet Ihr sie nicht mit Haß verderben,
    c F G
    kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht,
    C F G am
    sind's wert, dafür zu töten und zu sterben.
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Und sicher nicht für euch hat Ihre Mutter
    F C
    sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht.
    G am
    Nicht für euch, und nicht als Kanonenfutter,
    F G
    nicht für euch hab' ich manche Fiebernacht
    c F G
    verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden,
    c F G
    und kühlt' ein kleines glühendes Gesicht,
    C F G am
    bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden,
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Sie werden nicht in Reih' und Glied marschieren,
    F C
    nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt,
    G am
    auf einem gottverlassnen Feld erfrieren,
    F G
    während Ihr euch in weiche Kissen setzt.
    c F G
    Die Kinder schützen vor allen Gefahren
    c F G
    ist doch meine verdammte Vaterpflicht.
    c F G am
    Das heißt auch, sie vor euch zu bewahren.
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Ich werde sie den Ungehorsam lehren,
    F C
    den Widerstand und die Unbeugsamkeit.
    G am
    Gegen jeden Befehl aufzubegehren,
    F G
    und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit.
    c F G
    Ich werd' sie lehren ihr'n eignen Weg zu gehen,
    c F G
    vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
    c F G am
    vor keinem, als sich selber grad' zu stehen,
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Und eher werde ich mit ihnen fliehen,
    F C
    als daß ich sie zu euren Knechten mach.
    G am
    eher mit ihnen in die Fremde ziehen,
    F G
    in Armut, und wie Diebe in der Nacht.
    c F G
    Sie haben nur dies eine kurze Leben,
    c F G
    Ich schwör's und sag's euch gerade ins Gesicht:
    c F G am
    Sie werden es für euren Wahn nicht geben!
    F G am
    F G c
    Nein, meine Söhne geb ich nicht. 2x

    C G C
    Ihr schürt die Angst vorm bösen Islamisten
    F C
    Und druckt wertlos Papier und nennt es Geld
    G am
    Nennt manchen Freiheitskämpfer „Terroristen“
    F G
    Und schürt so Angst und Schrecken in der Welt
    c F G
    Kein elitärer Schwachsinn wird’s verhindern
    c F G
    Die Propaganda fällt nicht ins Gewicht…
    c F G am
    Denn die nächste Zukunft die gehört den Kindern
    F G am
    F G c
    Und uns’re Kinder Geb’n wir nicht. 2x

    C G C
    Sie werden einst erwachsene Menschen werden
    F C
    Und mit uns’rer Hilfe störrisch, stolz und stark
    G am
    Sie laufen nicht schafsähnlich in den Herden
    F G
    Sondern unabhängig, gütig und autark
    c F G
    Und wenn ihr versucht die Freiheit zu entweihen
    c F G
    Wenn unter euch sie knirschend wankt, fast bricht
    c F G am
    Dann gibt es schon Millionen, die es schreien:
    F G am
    F G c
    Nein uns’re Freiheit nehmt ihr nicht 2x

    C G C
    Ihr habt die Macht doch längst an uns verloren
    F C
    Genau genommen: sie noch nie gehabt.
    G am
    Denn als wir in die Welt hineingeboren
    F G
    Haben wir uns von der Nabelschnur gekappt
    c F G
    Ihr glaubt, ihr seid Elite, uns’re Schlauen,
    c F G
    doch fehlt euch etwas und das kriegt ihr nicht,
    c F G am
    und das ist uns’re Liebe und Vertrauen

    F G am
    F G c
    Und deshalb siegt ihr nicht
    Nein, Elite… ihr siegt nicht

  • In memory of democracy

    Fast ein Jahr ist es her, als in unserer Bloggercommunity schon lange bekannt war, was mit dem amerikanischen Wirtschaftssystem passieren würde, als man noch ausgelacht wurde, wenn man irgendjemandem was von Rezession oder gar INFLATION erzählen wollte.
    Vor einem Jahr war der Dollar schon im Sturzflug, die Nervosität am Aktien- und vor allem Rohstoffmarkt war auch schon signifikant... ich denke es wird Zeit sich einen Moment zu besinnen...
    am besten mit den Worten von Us-Präsident George W. Bush.
    Dessen Interview mit Peter Klöppel im Jahr 2007 habe ich in den heutigen Tagen immer noch im Kopf... habe immer noch im Kopf, wie Bush von der florierenden wachsenden Wirtschaft spricht und habe immer noch im Kopf wie bei diesem Satz Peter Klöpel brav gelächelt und genickt hat, anstatt die Dinge anzusprechen, die tatsächlich von Bedeutung gewesen wären: "Wie können Sie von einer florierenden Wirtschaft sprechen, angesichts der Lage in der sich der Dollar befindet, angesichts der Lage, die die Staatsverschuldung Ihnen beschert hat? Wie können Sie davon sprechen, wenn Sie der Präsident sind, der mehr Staatsschulden aufgenommen hat als alle anderen präsidenten vor Ihnen ZUSAMMEN?"
    Hiach was wären das mal für schöne Fragen gewesen, die man im demokratischen Utopia stellen darf... aber nix war's.
    Einen Vorteil versuche ich jetzt wenigstens aus diesem seichten Wortblabla zu ziehen: Bush hatte wenigstens die Möglichkeit, jede Menge Lügen zu erzählen und wir vergleichen jetzt einfach mal das Interview mit der jetzigen Weltsotuation.
    Ich kommentiere das Interview nicht, gebe vielleicht nur mal den Impuls, sich insbesondere im Konfliktpunkt Iran mal das aktuelle Interview von Ahmadinedschad zur Ergänzung anzusehen:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/interview-mit-mahmoud-ahmadinejad.html

    aber hier mal das Interview zwischen Peter Klöpel und George W. Bush vom 07.11.2007 gefunden bei http://www.n-tv.de/876551.html:

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    "Ich habe keinen Boden geopfert"

    US-Präsident George W. Bush hat für die deutschen Vorbehalte bei der Entsendung von Truppen in den Süden Afghanistans Verständnis gezeigt. Wenig Hoffnung machte Bush aber für eine US-Unterstützung der deutschen Forderung nach einem ständigen Sitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat. Im Interview mit n-tv/RTL setzte vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf deutsche Unterstützung im Atom-Streit mit dem Iran.

    Peter Kloeppel: Mr. President, in wenigen Tagen kommt die deutsche Bundeskanzlerin zu Besuch auf Ihre Ranch. Das ist wohl eine besondere Auszeichnung. Was haben Sie sich mit Angela Merkel an einem solchen Wochenende vorgenommen?

    George W. Bush: Worauf immer sie Lust hat. Wenn sie wandern möchte, werden wir wandern. Ich freue mich darauf, ihr meine Ranch zu zeigen, die ich wirklich sehr mag. Aber wir werden auch viel Zeit für einen Besuch in einer ganz anderen Atmosphäre haben, hier geht es nicht so förmlich zu. Das kann einem Gespräch unter Freunden sehr zuträglich sein. Ich kann ihr gar nicht genug dafür danken, dass sie kommt.

    Vor einigen Wochen sagte Frau Merkel vor der UNO, dass Deutschland einen größeren Beitrag in der Welt leisten und mehr Verantwortung übernehmen wolle, gegebenenfalls durch einen ständigen Platz im Sicherheitsrat. Werden Sie sie dabei unterstützen?

    Nun, ich habe vor der UN-Versammlung deutlich klargestellt, dass ich für eine umfassende Reform bin und glaube, wir sollten den Sicherheitsrat so reformieren, dass er Aufgaben effektiv wahrnehmen kann. Und Deutschland ist eindeutig ein wichtiges Land. Ich habe zu keinem Land, außer zu Japan, namentlich Stellung bezogen und werde dies auch nicht tun. Aber Deutschland ist aus vielen Gründen ein sehr wichtiges Land.

    Aber als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat sehen Sie sie nicht…

    Nun, ich habe keinem Vorschlag meine Unterstützung gegeben und meine Meinung für mich behalten. Ich möchte einfach sicherstellen, dass die UN arbeitsfähig ist und … dafür muss die Organisation umfassend reformiert werden, und das gilt auch für den Sicherheitsrat. Wir sind offen für Vorschläge. Das ist keine leichte Aufgabe. Das einzige Land, das ich namentlich unterstützt habe, ist Japan, und das ist langjährige Politik der US-Regierung, an die ich mich halte.

    Welche Punkte werden Sie ansprechen, in denen Sie vielleicht die Hilfe Deutschlands für die USA brauchen?

    Ich, persönlich?

    Nein, nicht Sie persönlich. Die amerikanische Regierung und Sie als ihr Chef…

    Wir brauchen definitiv die Hilfe Deutschlands bei Problemen wie Iran, damit wir diese Angelegenheit diplomatisch lösen können. Wir brauchen Deutschlands Hilfe zum Beispiel in Darfur. Deutschland ist ein entscheidendes Land, wenn es darum geht, Bündnisse gegen die Bedrohungen aufzubauen, die vor uns liegen. Wir brauchen die deutsche Beteiligung in Afghanistan. Ich weiß, dass Angela dort war und bin gespannt darauf, was sie zu berichten hat. Und ich bin zufrieden mit unserer Beziehung.

    Deutschland will keine Truppen im Süden Afghanistans einsetzen, wo die Situation brenzliger wird als im Norden, wo die Deutschen zurzeit stationiert sind. Haben Sie ein Problem damit?

    Nein, ich verstehe das. Wissen Sie, überall reagieren die Volksvertretungen unterschiedlich auf Herausforderungen. Ich freue mich einfach, dass Deutschland Truppen beisteuert, um der afghanischen Demokratie zu helfen. Diese Beiträge sind sehr hilfreich, und einige Länder sind in der Lage, andere Aufgaben zu übernehmen. Ich verstehe das voll und ganz. Und ich werde nicht versuchen, Angela Merkel in eine Position zu drängen, in der weder sie noch der Bundestag sich wohl in ihrer Haut fühlen.

    Sie haben grade Iran erwähnt. Glauben Sie, dass die aktuell vom Iran ausgehende nukleare Bedrohung größer ist als die Bedrohung, die vor fünf oder sechs Jahren vom Irak ausging?

    Ich glaube, beide Situationen sind gefährlich, und beide hätten sich diplomatisch lösen lassen. Aber Saddam Hussein hat entschieden, die Forderungen der freien Welt und die UN-Sicherheitsratsresolution 1441 zu ignorieren, für die Deutschlands übrigens seinerzeit gestimmt hat. Ich denke, beide sind gefährlich, und die Lehre aus dem Irak ist, dass wir zusammenarbeiten und die Fragen nun friedlich lösen können.

    Hoffentlich können wir die Iraner weiter unter Druck setzen und ihnen klarmachen: erstens, wir achten Euer Volk, zweitens wir achten Eure Geschichte; aber Eure Regierung trifft Entscheidungen, die Euer Land isolieren. Und sie müssen nur ihr Programm zur Urananreicherung stoppen, dann gibt es einen Dialog und einen Weg voran. Das allerdings ist die Entscheidung der Regierung.

    Aber Sie haben als letztes Mittel immer noch die militärische Option. Glauben Sie, dass dies auch zukünftig eine Option bleiben könnte? Sie haben sogar die Möglichkeit, das Risiko eines Dritten Weltkriegs erwähnt. Haben Sie das ernst gemeint?

    Oh, absolut ernst. Ich habe gesagt, wenn man den Dritten Weltkrieg vermeiden will… Ich habe nicht gesagt, ich sei für den Dritten Weltkrieg.

    Das habe ich auch nicht behauptet, aber Sie haben das Thema angesprochen.

    Aber ich habe gesagt, wenn Sie… Ich hab das gesagt, weil dieses Land sich über die Internationale Atomenergiebehörde hinwegsetzt, also sein Atomprogramm nicht offen legt, und weil sie gesagt haben, sie wollen Israel zerstören. Wissen Sie, wenn Sie einen Dritten Weltkrieg erleben wollen, müssen Sie nur Israel mit einer Atombombe angreifen. Und deshalb habe ich gesagt, jetzt ist es Zeit zu handeln. Das war weder eine Voraussage noch ein Wunsch.

    Ob ich glaube, wir können das Problem lösen? Ja. Sollten alle Optionen auf den Tisch? Worauf Sie sich verlassen können. Aber ich glaube fest daran, dass wir das Problem diplomatisch lösen können, und werde weiter daran arbeiten. Und das wird ein wichtiges Thema im Gespräch mit der Kanzlerin.

    Glauben Sie, es gibt einen Punkt, ab dem Sie sagen, dass nur noch die militärische Option bleibt?

    Das würde ich nie sagen. Ich würde sagen, dass wir immer versuchen sollten, es zuerst mit Diplomatie zu probieren. Mit anderen Worten, ich… ich habe unsere Truppen zweimal ins Feuer geschickt, und das ist keine angenehme Erfahrung, weil mir die Konsequenzen klar sind, aus erster Hand. Deshalb schulde ich es dem amerikanischen Volk zu sagen, dass ich versucht habe, dieses Problem diplomatisch zu lösen. Und genau das ist meine Absicht. Und ich glaube, dass wir es schaffen können, solange die Welt mit einer Stimme spricht. Kanzlerin Merkel versteht die Gefahren und will dieses Problem friedlich lösen.

    Die USA haben Teile der iranischen Regierung mit scharfen Sanktionen belegt.

    Ja.

    Die Russen waren sehr dagegen. Erleben wir grade, wie ein neuer Graben zwischen den USA einerseits und Russland andererseits aufreißt?

    Nein, das glaube ich nicht. Schauen Sie, es wird… es gibt Bereiche, in denen wir nicht einer Meinung sind. Nun, die Beziehungen zu Russland sind kompliziert.

    Wie kommt das?

    Wie das kommt? Allein schon, weil wir eine Geschichte haben. Die kann man nicht über Nacht ungeschehen machen. Sie erinnern sich vielleicht daran, dass wir uns jahrelang recht feindselig gegenüberstanden. Deshalb habe ich mit Wladimir Putin hart daran gearbeitet, den Kalten Krieg hinter uns zu bringen und uns auf eine positive Zukunft zu konzentrieren. Innerhalb des russischen Systems gibt es immer noch Misstrauen gegenüber den amerikanischen Absichten.

    Wissen Sie, beispielsweise bin ich, wie Sie wissen, ein großer Verfechter der Demokratie. Ich glaube, Demokratien fördern den Frieden. Und ich glaube, dass einige die Demokratiebewegung als Mittel betrachten, Russland zu umzingeln. Ich arbeite hart daran, Präsident Putin klar zu machen, dass es hier um nichts anderes geht, als Frieden zu verbreiten. Die Erweiterung der NATO, an die ich fest glaube, hat ihnen nicht besonders gefallen.

    Es gibt also Reibungspunkte zwischen uns, aber nein, ich würde nicht…

    Und wenn Sie jetzt sehen, wie Putin neue Raketen oder neue Bomben testet. Lässt da nur jemand seine Muskeln spielen oder glauben Sie, das ist ernst gemeint?

    Ich sehe darin keine Bedrohung. Ich betrachte Russland wirklich nicht als Bedrohung, als militärische Bedrohung. Ich glaube nicht… ich bin mir ziemlich sicher, dass Präsident Putin keinen militärischen Konflikt will. Ich glaube, die größere Bedrohung ist der Einsatz der Energiequellen, der wirklich ein direktes Problem für die EU darstellt. Wie schon gesagt, bemühe ich mich um eine nicht feindselige Beziehung zu Präsident Putin. Wir haben eine gute persönliche Beziehung. Wir sind nicht immer absolut einer Meinung. Kosovo ist eine Frage, in der wir nicht übereinstimmen. Aber das heißt nicht… nur weil man nicht… nur weil man anderer Meinung ist, heißt das nicht, dass man nicht zusammenarbeiten kann.

    Sie werden ihn möglicherweise noch länger als starken Mann Russlands erleben, wie es zurzeit aussieht.

    Ja.

    Hätten Sie das erwartet, dass er weiter an der Spitze bleibt, nun als Premierminister? Er ist zwar noch nicht gewählt, aber es kann ja durchaus dazu kommen.

    Ich weiß. Ich hatte noch keine echte Gelegenheit, mit ihm persönlich über seine Absichten und Pläne zu sprechen. Er hat mir gesagt, dass er nicht noch einmal für die Präsidentschaft kandidiert. Aber er genießt es offensichtlich, im russischen System Einfluss zu haben, und ich weiß nicht, was er vorhat.

    Ich hoffe natürlich… ich habe mich sehr mit ihm bemüht, wenn es um das Verständnis demokratischer Machtkontrolle geht, und dass Demokratie ein gewisses gesellschaftliches Gegengewicht zur Macht erfordert. Und ich würde hoffen, dass er Entscheidungen trifft, die institutionelle Reformen fördern und solche Institutionen stärken, die für eine freie Gesellschaft nötig sind. Und wie schon gesagt, manchmal hört er auf Ratschläge, manchmal nicht.

    Fast auf den Tag genau in einem Jahr wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Was sind die, sagen wir, drei wichtigsten Ziele, die Sie sich für die verbleibenden 12 Monate Ihrer Amtszeit gesteckt haben?

    Danke für diese Frage. Erstens möchte ich mein Land weiter vor Gefahren schützen. Ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass es eine extremistische Gruppe gibt, die uns wieder angreifen will. Zweitens - auf den ersten Plätzen steht die Außenpolitik - will ich mit unseren Freunden und Verbündeten an Lösungen für Darfur, Burma - ich fürchte, ich vergess' ein Thema - und Iran arbeiten. Ich will weiter dafür sorgen, dass unsere Politik in Fernost sich nicht allein auf Nordkorea konzentriert - nebenbei bemerkt, arbeiten wir im Umgang mit Nordkorea kooperativ mit Japan, China und Südkorea zusammen -, sondern in der gesamten Region gute und konstruktive Beziehungen fördert.

    Ich will die HIV/AIDS-Initiative weiter fortführen. Eine wirklich interessante Initiative, an der meine Frau und ich arbeiten, ist die Malaria-Initiative. Es sterben zum Beispiel einfach zu viele Babys in Afrika infolge von Moskitostichen.

    Ja, darüber habe ich beim G-8-Gipfel mit Ihrer Frau gesprochen.

    Tatsächlich? Gut. Und in der Innenpolitik geht es darum, dass die Steuern niedrig bleiben und die Wirtschaft weiter wächst. Die beiden großen Themen dieses Wahlkampfs werden übrigens sein, wer Amerika am besten vor Angriffen schützen kann. Ich weiß nicht, ob…

    Das wollte ich Sie als nächstes fragen: Was werden die drei wichtigsten Aufgaben des nächsten Präsidenten?

    Also, wer kann den Leuten Sicherheit… die Aufgabe bleibt Nummer eins. Und wer kann die Steuern niedrig halten? Es gibt einen Haufen Leute hier in Amerika, die Steuern erhöhen wollen. Ich bin, wie Sie wissen, ein Steuerkürzer. Ich glaube, die Privatwirtschaft ist… sie muss gefördert werden, indem der Staat auf ein vernünftiges Maß beschränkt und die Steuern niedrig bleiben. Das gilt genauso für den nächsten Präsidenten.

    Wissen Sie, das größte Problem, mit dem ein Präsident sich auseinandersetzen muss, wenn er vorankommen will, ist die Frage, ob wir unsere Sozial- und Gesundheitssysteme, die Krankenversicherung und Altersvorsorge in den Griff bekommen, denn wie in anderen Teilen der Welt - ich vermute, in Deutschland auch - gibt es mehr Baby Boomer als neue Beitragszahlern, also viele Baby Boomer wie mich, die in Rente gehen, und zu wenig junge Arbeitnehmer. Das System muss neu ins Gleichgewicht gebracht werden, aber das ist sehr schwierig, denn viele Politiker hier in Amerika wollen das Problem nicht angehen, solange es nicht akut ist. Ich habe sieben Jahre lang versucht, den Kongress zu diesem harten Stück Arbeit zu bewegen. Sie wollten nicht, also muss jetzt der nächste Präsident sein Glück versuchen.

    Wer glauben Sie wird das sein?

    Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil… ich glaube, es wird ein Republikaner. Das glaube ich wirklich. Ich glaube, dass jemand aus meiner Partei gewinnt, aber, wissen Sie, ich werde nicht über Namen spekulieren, denn das würde die amerikanische Presse sofort aufgreifen. Sie wissen schon: "Bush meint…".

    Natürlich, aber Sie glauben, es wird ein Republikaner?

    Ja, absolut. Der Wirtschaft geht es ziemlich gut.

    Wir haben ein paar Probleme, aber die Wirtschaft steht sehr gut da, was… und die anderen wollen die Steuern erhöhen.

    Und ich glaube, Steuern sind ein großes Thema in Amerika. Und dann die Außenpolitik -

    und wenn Sie die Diskussion verfolgen, sehen Sie, dass unsere Kandidaten eine feste Meinung dazu haben, wie Amerika in der Außenpolitik handeln soll, und das amerikanische Volk versteht von Natur aus, dass uns aus der Welt immer noch Gefahren drohen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, uns zu schützen. Sehen Sie, das ist ein interessanter Unterschied zwischen, sagen wir, Deutschland und Amerika. Wir sind angegriffen worden. Wir spüren, dass ein weiterer Angriff bevorsteht, und deshalb müssen wir handeln, um unser Land zu schützen. Und wissen Sie, ich bin mir nicht sicher, ob in anderen Teilen Europas oder in Deutschland dieses selbe beklemmende Gefühl besteht.

    Nun, bei uns herrschen einige alte Ängste. Wir waren die Front im Kalten Krieg, der Eiserne Vorhang ging mitten durch unser Land. Wir kennen auch ein wenig davon.

    Schauen Sie, es gibt… eines der Dinge, die ich der deutschen Öffentlichkeit versichern möchte, ist, dass ich wirklich nicht die Absicht habe, Spannungen mit Russland zu erhöhen. Tatsächlich habe ich hart dafür gearbeitet, ein Umfeld zu schaffen, das nicht feindselig ist, sondern…

    Und was ist mit dem Raketenschild…

    Darauf wollte ich grade kommen. Der richtet sich nicht gegen Russland. Ich meine, das… ernsthaft, es wäre doch absurd zu behaupten, das richte sich gegen Russland, denn die Zahl von Abfangraketen, die andere Raketen vom Himmel holen können, wird doch begrenzt sein, und jeder, der eine Handvoll Raketen zur Verfügung hat, kann das System überrennen. Es richtet sich gegen einen Schurkenstaat, der …

    Wie Iran…

    …andere Nationen als Geisel nehmen will. Absolut, wie Iran. Und hoffentlich wird der Streit akademisch und das System überflüssig, weil die Iraner von ihren Ambitionen Abstand nehmen.

    Und wissen Sie, wir haben zum Thema Iran etwas wirklich Interessantes mit den Russen unternommen. Die Iraner sagten, die Nutzung der Kernenergie sei ihr souveränes Recht. Und ich habe gesagt: ja, das stimmt, aber wir können Euch bei der Urananreicherung nicht trauen, weil Ihr Euer Programm vor den internationalen Inspektoren versteckt habt, und deshalb haben wir uns mit den Russen geeinigt, die erklärt haben, sie hätten eine Anlage und könnten den Brennstoff liefern sowie die Brennstäbe entsorgen. Das hat meine volle Unterstützung.

    Und daher… ich erwähne das nur, weil ich weiß, dass die Leute glauben, unsere Beziehungen zu Russland wären dem konstruktiven Handeln nicht förderlich, aber wir handeln konstruktiv… und es steht außer Frage, dass zu einigen Fragen Spannungen bestehen.

    Aber wir können auch zusammenarbeiten.

    Sie haben noch ein Jahr im Amt. Wie glauben Sie, werden Sie als Präsident in Erinnerung bleiben?

    Ich glaube, ich werde als Typ in Erinnerung bleiben, der es mit ein paar ziemlich schwierigen Problemen zu tun hatte und diese direkt angegangen ist, ohne sich davor zu drücken. Ich habe… keinen Boden geopfert. Ich bin fest geblieben und habe meine Entscheidungen an Grundsätzen gemessen, nicht an den neuesten Meinungsumfragen. Als einer, der dem Land geholfen hat, sich selbst zu schützen und sich gleichzeitig nicht geschämt hat, unerschrocken bestimmte Werte zu verbreiten - an erster Stelle den Wert der Freiheit, ob Freiheit von Regierungsformen, von Krankheit oder von Hunger. Und man wird sich daran erinnern, dass wir eine sehr robuste Außenpolitik im Namen des Friedens verfolgt haben.

    Im Inneren wird bleiben, dass der Eckpfeiler meiner Politik das Vertrauen in den einzelnen amerikanischen Bürger war, der am besten weiß, was für seine Familie gut ist. Und dass ich nicht nur mit einer Steuer fertig geworden bin, sondern mit der Rezession und vielen anderen Gefahren für unsere Wirtschaft, die ja immer noch sehr gut dasteht. Wir hatten 50 Monate ununterbrochenen Zuwachs an Arbeitsplätzen, länger als je zuvor in der amerikanischen Geschichte. Aber wissen Sie was? Ich werde tot sein, bevor das Urteil über meine Amtszeit schließlich feststeht, denn historisch dauert es immer eine Weile, bevor die wahre Geschichte einer Regierung geschrieben ist.

    Wir beide werden noch erleben, was passiert. Vielleicht sind wir dann doch noch nicht tot.

    Ich glaube nicht. Ich glaube… hören Sie, es werden immer noch Bücher über George Washingtons Amtszeit geschrieben.

    Und mit jedem neuen Buch kommt man zu einem neuen Fazit.

    So ist es. Und deshalb denke ich, wenn man immer noch an der Analyse des ersten Präsidenten arbeitet, muss sich der 43. Präsident noch keine Sorgen machen. Das wichtigste, was die Leute wissen müssen, ist, dass ich meine Entscheidungen auf Grundlage von Prinzipien getroffen habe, nicht aus politischen Erwägungen, also, was für eine politische Partei gut wäre, und nicht um mich beliebt zu machen. Wenn man unbedingt populär sein will, kann man nicht führen. Popularität ist wie… nun, sie kommt und geht. Und darum habe ich mich nie groß gekümmert, wissen Sie. Denn wenn alles gesagt und getan ist, kommt es im Leben entscheidend darauf an, dass man in den Spiegel schauen und sagen kann: ich bin meinen Kernüberzeugungen treu geblieben. Und ich glaube, dass die Menschen das über mich sagen werden.

    Vielen Dank, Mr. President.

    Bitte. Und danke für das Gespräch.

    ------

    Und ich sag an dieser Stelle nur noch mal vielen Dank Peter Klöppel, dass Sie sich mit Ihrer Meinung immer schön zurückhalten, dass Sie schön lininetreu und brav die Fragen stellen, die gewünscht sind, denn so macht man ja Karriere bei RTL:

    http://www.planet-interview.de/interviews/pi.php?interview=kloeppel-peter

    durch solch "unabhängigen" Journalismus haben natürlich die Bürger die Möglichkeit, sich ein ebenso "unabhängiges" Bild vom Weltgeschehen zu machen.... ach, und wenn dann doch mal einer eine meinung hat, so wie Ullrich Wickert, dann ist das pfui und bäh und macht man nicht und dann gibts eins hinter die Ohren von der Angie.... die weiß nämlich noch, wie richtiges Propagandafernsehen auszusehen hat.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,160592,00.html

    untragbar so ein Wickert... nennt der doch einfach Bin Laden und Bush in einem Satz.... das ist was GANZ GANZ anderes als Ahmadinedschad und Hitler zu vergleichen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,420762,00.html

    Wie schön, dass es noch sowas wie unsere blogs gibt,in denen man - noch - relativ "frei" seine Meinung äußern kann.
    Also meine Meinung gerichtet an die Propagandamedien und die politischen Unterstützer der Unterdrückung:

    Steckt euch die Lügen da hin, wo keine Sonne scheint!
    Die Aussagen die gemacht worden sind, werden nicht in Vergessenheit geraten. Jedes eurer Worte kann auch noch Jahre später auf Wahrheitsgehalt überprüft werden.
    Solange es das Internet in dieser Form gibt, wird es immer ein leichtes bleiben, eure Lügen aufzudecken. Deswegen habt ihr Angst davor. Deswegen wollt ihr es in dieser Form nicht mehr haben, deswegen wird es als Brutstätte des Terrorismus kriminalisiert, deswegen wird jeder kleiner filesharer wie ein verbrecher behandelt, deswegen ist es ein Zeichen, dass ihr ANGST habt vor eurem Volk... und ganz ehrlich: Das SOLLTET ihr auch. Wir sind nämlich diejenigen die euch nach oben gebracht haben... und wir sind auch diejenigen die euch wieder zu Fall bringen, wenn ihr uns weiter verarschen wollt.

  • Aufruf zur Revolution

    Definition:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution

    In der Vorstellungswelt der traditionalen vorindustriellen Gesellschaften, die auf einer harmonischen Ordnung, auf einem Einklang von Mensch, Gesellschaft und Natur mit dem göttlichen Schöpfungsakt basierte, waren die Gemeinschaft, einzelne Gruppen und auch der einzelne Mensch durch die corruptio (Verderbnis) bedroht, die immer dann gegeben ist, wenn eine Ordnung (Regierungsform) ihre positiven Züge verliert, wenn etwa freie Bürger von anderen einseitig abhängig werden, und wenn dabei die „Tugend“ (virtus) verloren geht, die das eigene Wohl mit dem Gemeinwohl vereinigen soll. In einer solchen Situation ist es geboten, an den Ausgangspunkt zurückzukehren (Machiavelli: Ritorno ai prinicipi), Unordnung wieder in Ordnung zurückzuführen.

    Diese Form der Revolution strebe ich an. Nicht auf gewaltsame Art, sondern im Rahmen der momentan geltenden Gesetze, denn wenn die Entwicklungen der letzten Jahre zukünftig so weitergehen, werden wir noch nicht mal mehr die Möglichkeit haben, irgend eine Veränderung herbeizuführen, die nicht nach irgendeinem Gesetz als illegal eingestuft werden kann.

    Warum eine Revolution?

    Auch wenn sich diese Frage eigentlich von selbst erübrigt, meine Unzufriedenheit aus sämtlichen Blogeinträgen herauszulesen ist und ich kaum einen Leser dieses Blogs über die offensichtlichen Zusammenhänge informieren muss:

    Die Spaltung unseres Landes in eine zwei-Klassen-Gesellschaft ist nicht erst seit gestern im Gange. Die jüngsten Ereignisse der Finanzkrise jedoch zeigen, mit welcher Katlschnäuzigkeit und Dreistigkeit von unseren Volksvertretern zugesichert wird, dass sich das alles auf Deutschland nicht auswirken wird und nicht zu sher Einfluss auf das wirtschaftliche Wachstum haben wird. Dazu muss ich mal eins sagen: Das wirtschaftliche Wachstum Deutschlands juckt aber denjenigen der zu der größeren Hälfte der zwei-Klassen-Gesellschaft gehört (nämlich der armen) nicht im geringsten, wenn er nicht mehr dazu in der Lage ist, seine Familie zu ernähren. Dann muss man noch ein schlechtes Gewissen haben, dass man staatliche Leistungen in Anspruch nehmen muss, bekommt noch das Gefühl vermittelt, nutzlos für die Gesellschaft zu sein, ja, gar ein Sozialparasit zu sein, der nur auf Kosten der anderen lebt. Dieses Denken, diese Meinung kommt nicht von den Bürgern selbst, nein, sie wird eingepflanzt, eingepflanzt durch die Politik und in erster Linie durch die Medien, welche die Meinung somit steuern. Der Gedanke der Nächstenliebe, der Gedanke, sich um Mitmenschen zu sorgen und denen etwas zu geben die weniger als man selbst hat, dieser Gedanke wird durch eine Leistungsgesellschaft, deren oberstes Ziel Wachstum und Fortschritt ist untergraben und unterdrückt. Solche Gedanken dienen nicht dem Wachstum.
    Weil unsere Volksvertreter aber einen Götzen verehren - in dem Fall Wachstum - welches in jedem Jahr kontinuierlich um einen Prozentsatz seines gesamten wachsen muss (und es gibt nichts auf dieser Welt, das kontinuierliche jedes Jahr um einen Prozentsatz seiner selbst wachsen kann), ist es kein Wunder dass dieses Götzenbild bald allem anderen die Sicht nimmt und zur Sekundärproblematik degradiert.
    Im Klartext: Armut in Deutschalnd gibt es nicht. Und wenn es die Armut doch gibt, dann ist sie nicht sowichtig.
    Neokonservative Vergleiche mit drittweltländern sollen uns dann an unser Gewissen mahnen: "Schaut euch mal in anderen Ländern um, denen es wirklich arm geht, ihr habt doch gar keinen Grund zumjammern."
    Für diesen Spruch könnte man jedesmal ...naja...wir sind ja gegen Gewalt.
    Warum dieses Argument total haltlos ist, ist, dass Lebensqualität in dem Fall mit Geld gleichgesetzt wird. Würden wir in einem Land leben, das insgesamt arm ist und somit nahezu alle arm sind, dann hätte man immer noch etwas was sich nicht in Geld messen lassen könnte: Würde. Die Würde, gemeinsam einzustehen, gemeinsam mit den Nachbarn, oder einem gesamten Dorf einen Brunnen ausheben zu müssen,damit die Gemeinschaft etwas davon hat.... noch viele weitere ähnliche Beispiele führen aber dazu, dass man DAZU gehört.
    Im Gegenzug dazu erfährt in Deutschland derjenige der unter Armut zu leiden hat AUSGRENZUNG. Begonnen in der Schulzeit - oder gar noch früher - wo das Kind nicht dazu gehört, wenn es nicht diese oder jene Kleidung trägt (weil es die Eltern nicht leisten können), und sich somit eine Haltung manifestiert, dass derjenige, der kein Geld hat, nichts zählt.
    Ist es dann ein Wunder, dass so viele Millionen dem System der Ratenfinanzierung und der Kreditvergabe verfallen?
    Ich glaube nicht und es ist auch gewollt, dass dieses System zusammenbricht und genau das ist es, was gerade um uns herum passiert. Es stürzt die Ärmeren in noch mehr Armut und somit Abhängigkeit und die Reicheren bekommen rechtzeitig ihr Schäfchen ins Trockene.

    In einem Gespräch mit meinem hiesigen Bankfilialleiter sagte dieser mir: "Wenn alle Leute über alles Bescheid wüssten, was ich weiß, gäbe es eine Revolution".

    Das Traurige daran ist: Jeder hat eigentlich die Möglichkeit sich zu informieren und über die Dinge Bescheid zu wissen, die eine Revolution zur Folge haben. Die Zeit für eine Revolution ist eigentlich jetzt da.
    Früher gestartet wäre es unnötige Panikmache gewesen, aber wenn wir länger warten, wird es nur zwei Möglichkeiten meiner Ansicht nach geben:

    1. wir müssen uns unabhängig vom Geld machen, weitestgehend Lebensmittel selbst anbauen oder züchten, unabhängig vom Öl machen und aus dem gesamten Finanzsystem aussteigen, oder
    2. mit dem großen Crash finanziell untergehen.

    Wer keine der beiden Möäglichkeiten in Betracht ziehen möchte (ich strebe persönlich die erstere an), wird sich dem Gedanken der Revolution stellen müssen. Zurück zum alten Recht, zurück zu dem Punkt an dem Vermögensverhältnisse noch gleichmäßiger verteilt waren.
    Deutschlands Wirtschaft sind nicht nur die oberen Zehntausend, es sind auch die kleinen Konsumenten, die Nahrungsmittel brauchen. Durch den systematischen Zerfall der Binnenwirtschaft wird uns aber doch demonstriert, was der kleine Bürger für den Volksvertreter ist: Wahlvieh.

    Aktionen braucht das Land

    Also was ist eine geeignete Aktion, wie man gegen das system rebellieren kann? Ich weiß es nicht, aber ich denke, dass man, wenn man den Kollaps schoin nicht verhindern kann ihn dann schnellstmöglich herbeiführen sollte, bevor die Zustände noch schlimmer werden. Mein erklärtes Ziel ist es daher für mich bis zum Jahr 2009 alle Ratenfinanzierungen und alle Kredite getilgt zu haben, keine monatlichen Kosten für Handy, Telefon, unnötige Versicherungen zu haben (Internet über die Arbeit), alle Nahrungsmittel außer Fleisch selbst angebaut zu haben und so gut wie gar nicht mehr in einer der großen Discountfilialen einzukaufen. Das sind keine großen Opfer, die man dafür bringen muss, um das zu leisten, aber ich bin davon überzeugt, dass man somit eine Menge Geld unserem Land verwehrt, das ansonsten fest eingeplant worden wäre. Statistiken lassen sich nicht auf ewig manipulieren und das Geld, von dem sie sich so abhängig gemacht haben wird irgendwann ausbleiben.

    Eine weitere Aktion wäre es, wenn man sich einen jahresvorrat an Lebensmitteln zugelegt hätte (kostet pro Person inklusive Trinken in etwa 1000 Euro... hätte selbst nicht gedacht, dass das so billig ist), ein bisschen Bargeld für die Miete und/oder Nebenkosten und dann für das Jahr 2009 beschliesst, die Arbeit niederzulegen. Zugegeben, das ist der radikalere Weg, aber was könnte man mit den acht zusätzlichen Stunden am Tag alles zusätzlich für sich und seine Familie alles leisten?

    Macht kaputt was euch kaputt macht. Dieses System spielt nach Spielregeln, bei denen WIR die Dummen sind und immer verlieren müssen, damit es überhaupt Gewinner gibt. Und wenn einem diese Spielregeln nicht passen, dann spielt man eben einfach nicht mehr mit. So einfach kann das sein... und doch so schwer. Aber wie weit ist jeder Einzelne denn bereit, noch mher von sich und seiner Lebensenergie zu geben für ein System das sich einen Dreck um den Einzelnen schert?

  • Immunität... Freibrief für Folter?

    Wann und wie ist es denn jetzt möglich, George Bush und Teile seiner Administration für ihre Taten zu belangen?

    Folterflüge Guantanamo.... Töten von einer Million Irakern?... hmm, sollte das noch nicht ausreichend sein? Wann gilt es als Völkermord?

    Keine Ahnung, aber ich komm mit dieser politischen Immunität nicht klar.
    Allein die Existenz einer solchen Immunität ist mir unverständlich.
    Ich meine, ich lese zwar was Wikipedia dazu schreibt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Immunit%C3%A4t

    aber ich verstehe trotzdem nicht was das mit irgendeiner Form von Gerechtigkeit zu tun haben soll.

    Irgendwie ist es also möglich, so ziemlich jedem Immunität zu verschaffen und er/sie somit einen Freibrief zum Töten,vergewaltigen,betrügen,Lügen und was weiß ich noch alles hat, oder wie?
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,255301,00.html

    Selbst Privatpersonen können also unter bestimmten Umständen Immunität geniessen, solange sie bei Blackwater beschäftigt sind und dort ganz „legal“ Zivilisten umbringen...

    http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/682/140385/

    Und nicht nur im Ausland, nein, auch alles was einem Überwachungsstaat zugute kommt, kann unter staatlicher Immunität den gefährlichen Bürger in Schach halten...

    http://blog.kairaven.de/archives/1586-Finales-FISA-Gesetz-fuer-den-Geheimdienststaat-USA.html

    Und wenn dann so ein Staatsoberhaupt wie George W. Bush doch mal angeklagt werden soll, wie bereits 2004 geschehen, dann beruft man sich entweder auf die staatliche Immunität....

    http://tqr.mentalblockparty.com/html/profitiert.htm

    ...oder – wenn schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit postuliert werden, die die Immunität aufheben könnten – will man nicht irgendwelche politischen Beziehungen in Gefahr bringen:

    http://www.123recht.net/Gericht-in-Den-Haag-lehnt-Festnahme-Bushs-ab__a13023.html

    Generell sehe ich das so, dass die USA ohnehin über dem Gerichtshof Den Haag stehen, da sie das Rom-Statut überhaupt nicht ratifiziert haben. Außerdem kann der Präsident der USA jeden amerikanischen Staatsbürger befreien, der sich vor Den Haag verantworten muss.
    Na das sind ja tolle Aussichten für die Gerechtigkeit:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof

    Und der Präsident selbst kann anscheinend eh nicht wegen Kriegsverbrechen belangt werden...

    http://blog.borkert.net/2008/01/21/bush-besorgt-sich-immunitat-gegenuber-kriegsverbrechen/

    und jetzt mal mein persönlicher Gedanke dazu:

    Wozu ist denn dann der Kasperleverein der Vereinten Nationen überhaupt gut? Wofür, wenn die USA für sämtliche Verbrechen, die man sich auf diesem Planeten vorstellen kann einen Freibrief haben? Wenn es keine Gerichtsbarkeit gibt, um dagegen vorzugehen, kein Gesetz gibt, das dem Einhalt gebietet... soll ich den Gedanken zu Ende führen?
    Wer sorgt für die Gerechtigkeit?
    Und was ist die Gerechtigkeit in dem Fall....?
    Hussein hat man gehängt...
    Wenn es keine gesetzliche Möglichkeit gibt, gegen diese Verbrechen vorzugehen, dann muss man vielleicht die ungesetzlichen in Erwägung ziehen.

  • Und es war IMMER noch ein Inside job.

    So, ich wage es mal wieder: Ich setze mich den Spöttern aus, die einen als Verschwörungsspinner diffarmieren wollen. Nach meinem letzten 9/11-inside-job-Beitrag war ja eine erhebliche Diskussion ausgebrochen, in der ich - zugegebenermaßen - aufgrund der Emotionalität dieses Themas auch nicht immer sachlich bleiben konnte.
    Nichtsdestotrotz: Das Verbrechen des 11. September wurde immer noch nicht unabhängig untersucht, es gibt keine Beweise, die die offizielle Version rechtfertigen könnte... dafür UNZÄHLIGE - und es werden Tag für Tag mehr - Lügen, Ungereimtheiten, Zufälle (?), die eine Verschwörung nahelegen.

    Ich werde bis zum 11.September vorraussichtlich keine neuen Blogeinträge machen, sondern Informationen zu 9/11 hier zusammentragen, die hoffentlich ein paar Augen auch mal in eine andere Richtung lenken.

    Dieser Beitrag wächst also noch.

    AUFRUF:
    Ihr wollt aufklären? Alternative Infos weitergeben?
    Dann MACHT es. Sucht euch entweder aus den hier verlinkten Seiten Infos, stellt eine Info-CD selbst zusammen und verteilt diese. Entwerft einen Flyer, verteilt diese. Von mir aus kopiert Teile oder die komplette linksammlung hier, fügt sie ein ein word-dokument ein und brennt das auf eine CD. Alles ist besser als die Infos NICHT weiterzugeben. Alles ist besser als das Gefühl zu haben, alleine mit seiner Meinung dazustehen und das Gefühl zu haben, nichts verändern zu können, wenn man nicht selbst die Initiative ergreift. Helft mit. Startet die Informationsrevolution JETZT.

    Ich danke auch in diesem Zuge allen Infokriegern da draußen, die so viel Energie aufwenden, um immer und immer wieder den Massenmedien einen Schritt voraus zu sein. Ich bin mir sicher, es ist auch im Sinne jener, dass ich hier aus verschiedenen Quellen Infos "zusammenklaue".

    Als erstes Freeman. Ein großartiger Blog, großartige Arbeit, vielen Dank dafür.

    Freeman (letzte Beiträge zum Thema 9/11):

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/12/flugbenzin-hat-die-trme-nicht-zerstrt.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/12/fbi-weigert-sich-die-911-flugzeuge-zu.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/01/noch-so-ein-zufall-was-911-betrifft.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/02/wie-die-opposition-zu-911-mundtod.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/02/911-trennt-die-spreu-vom-weizen.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/02/die-seriennummern-der-911-blackboxen.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/03/hindernis-macht-offizielle-route-in-den.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/04/die-linken-sind-die-steigbgelhalter-der.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/08/der-rauchende-colt-in-der-hand-des.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/08/zuflle-gibts-die-gibts-gar-nicht.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/fhrten-ferngesteuerte-flugzeuge-911-aus.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/jesse-ventura-spricht-der-ron-paul.html

    Freeman - Zeitablauf:

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/08/911-zeitablauf-vorwissen.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/08/911-zeitablauf-angriffstag.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-der-erste-einschlag.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-der-zweite-einschlag.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-der-dritte-einschlag.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-der-sdturm-strzt-ein.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-der-nordturm-strzt-ein.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/911-zeitablauf-wtc7-hochhaus-strzt.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/08/der-mythenmacher-oder-wer-ist-philip.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/07/die-anthrax-attacke-und-911.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/07/die-mutter-aller-lgen-um-911.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/das-ziel-der-911-wahrheitsbewegung.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/der-beweis-fr-die-sprengung-der-trme.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/zdf-zensiertes-desinformations.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/09/das-ziel-der-911-wahrheitsbewegung.html

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    Infokrieg: Natürlich die Leute von Infokrieg. Alex und Nicolas, ihr beiden seid spitze, ihr leistet großartige Arbeit und ich hoffe auf noch ganz viele Radioshows und deutsche Synchronisationen. Vielen vielen Dank.

    9/11 Chronicles part 1: Truth rising jetzt doch noch pünktlich vor dem 11. September in deutscher Synchronfassung fertig. Ich wusste es. :) Danke Alex und Nicolas

    http://infokrieg.tv/911_chronicles_pat1_2008_06_30.html

    Ein tolles 9/11 Archiv hier:

    2006:
    http://infokrieg.tv/donald_ray_911.htm
    http://infokrieg.tv/lax_norad.htm
    http://infokrieg.tv/911_comission.htm
    http://infokrieg.tv/armanpour.htm
    http://infokrieg.tv/world_net_daily_gegenueberdarstellung_200806.htm
    http://infokrieg.tv/rockefeller_vorsage_911_301006.htm
    http://infokrieg.tv/doubletree_pentagon_video_041106.htm

    2007:
    http://infokrieg.tv/offiziell_wtc7_sprengung_10_02_07.htm
    http://www.infokrieg.tv/bbc_wtc7_kollaps270207.htm
    http://www.infokrieg.tv/bbc_reaktion_und_cnn_video_280207.htm
    http://infokrieg.tv/deutsche_massenmedien_wtc7_030307.htm
    http://infokrieg.tv/bbc_911_hitpiece_200207.htm
    http://infokrieg.tv/woher_wussten_sie_vom_kollaps_060307.htm
    http://infokrieg.tv/rosie_o_donnell_911_190307.htm
    http://infokrieg.tv/sheen_donnell_attack_dogs.htm
    http://infokrieg.tv/hetze_gegen_sheen_300507.html
    http://infokrieg.tv/cindy_sheehan.html
    http://infokrieg.tv/wtc7_augenzeuge_explosionen_210607.html
    http://infokrieg.tv/cheney_911_nichteingreifen_270607.html
    http://www.infokrieg.tv/hitpiece_history_channel_030807.html
    http://www.infokrieg.tv/history_channel_rudert_zurueck_040807.html
    http://infokrieg.tv/abrissexperte_ueber_911_060807.html
    http://infokrieg.tv/warum_blieb_wtc5_stehen_070807.html
    http://infokrieg.tv/schroeder_augenzeugenbericht_911_090807.html
    http://infokrieg.tv/hochhausbrand_ny_madrid_200807.html
    http://infokrieg.tv/history_channels_billiger_angriff_210807.html
    http://www.infokrieg.tv/911_07_truth_promo_090907.html
    http://infokrieg.tv/feuerwehrexperte_sprengung_911_120907.html
    http://infokrieg.tv/911_familien_verurteilen_regierung_120907.html
    http://infokrieg.tv/neuer_augenzeuge_sprengung_wtc7_130907.html
    http://infokrieg.tv/mosdef_911_150907.html
    http://infokrieg.tv/cia_experte_baer_911_inside_job_081107.html
    http://infokrieg.tv/nfl_star_stepnoski_terror_091107.html
    http://infokrieg.tv/loose_change_final_cut_111107.html
    http://infokrieg.tv/bbc_klage_wegen_911_doku_141107.html
    http://infokrieg.tv/cia_informant_trainierte_911_entfuhrer_271107.html
    http://infokrieg.tv/cossiga_911_051207.html

    -----

    Jede Menge videos auf
    http://www.911video.de/

    http://www.911video.de/911dokumentar.php
    http://www.911video.de/911kurzfilme.php

    -----

    9/11-Komplott: Auch ein paar interessante pdf-dokumente drauf zu finden.

    http://www.911komplott.de/index.php?option=com_content&task=section&id=4&Itemid=27

    -----

    Wie die Massenmedien mit aller Kraft versuchen, kritische Fragen im Keim als "Schwachsinn" zu diffarmieren und "Verschwörungstheoretiker" überzeugen will, dass die Regierung immer die Wahrheit sagt... natürlich habe ich meine Meinung dazu und die kennt ja auch jeder der das hier liest, aber nur damit es nicht hiesst ich unterschlage die Erklärungsversuche der "Offiziellen". Aber man muss dazu sagen, dass es ein Leichtes ist, diese "Argumente" durch unzählige andere Argumente zu widerlegen, das werde ich hier aber nicht tun.

    ZDF:
    http://www.911video.de/news/040908/
    http://www.911komplott.de/index.php?option=com_content&task=view&id=349&Itemid=2
    http://de.youtube.com/watch?v=VD4-jhX4uLw&feature=related
    http://de.youtube.com/watch?v=VYsxLIl9KbM&feature=related

    RTL:
    Spiegel TV-Bericht über Loose change:
    http://video.google.de/videoplay?docid=-7890733516808023347&ei=yhvBSIncB4LK2wKjrKS8CQ&q=verschw%C3%B6rungstheoretiker

    -----

    Nachdem vom ZDF und der BBC das "LETZTE GEHEIMNIS, der Zusammensturz des WTC7" gelöst wurde... hier mal eine brilliant rechrchierte Hintergrundinfo:

    http://hintergrund.de/index.php?option=com_content&task=view&id=247&Itemid=137

    Bis zur Gerechtigkeit

  • Scheinheiligkeit im Trauermantel

    Pfui, pfui, und nochmal pfui kann man da nur sagen.
    Direkt bei uns um die Ecke fand die Trauerfeier des jüngst in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten statt. Mein Mitleid gilt natürlich den Hinterbliebenen. Ich möchte auch gar keine Grundsatzdiskussion vom Stapel brechen, ob Soldaten nun Mörder sind oder nicht (obwohl ich hinzufügen muss, dass ich diesem Spruch nicht uneingeschränkt zustimmen kann), vielmehr geht es mir um die mediale Inszenierung dieses Trauerfalls und wie die politischen Vampire anscheinend fern jeglichen Unrechtsbewusstseins auch noch den letzten Tropfen politischen Vorteils aus diesem Uglück saugen.
    Vielleicht zum besseren Verständnis mal der link, der mich so erzürnt hat:

    http://www.welt.de/welt_print/article2382432/Ein-viel-zu-frueher-gewaltsamer-Tod.html

    Von einem Tod, der nicht umsonst gewesen sein dürfe, spricht Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zur Trauergemeinde. Von der Sicherheit auch Deutschlands, für die der Hauptfeldwebel, "ein lebenslustiger, fröhlicher Mensch und leidenschaftlicher Soldat", sich in Afghanistan eingesetzt habe. Vom Auftrag, der weitergehen müsse. Trotz des Todes. Gerade wegen des Todes. M. war der 28. Bundeswehrangehörige, der seit 2002 in Afghanistan sein Leben verlor.

    Jeder Tod der durch Gewalteinwirkung geschieht ist meines Erachtens nach ein sinnloser Tod. Das in irgendeiner Weise simplifizieren und rechtfertigen zu wollen, kann letztlich nur in sinnfreiem Gesäusel enden... so auch hier.
    Die Sicherheit Deutschlands?
    Hat das was mit der Verteidigung Deutschlands zu tun? Ich glaube ja.... hmmm... welches Bundesland grenzt bei uns noch mal an Afghanistan? Also irgendwie gehör ich wohl auch zu denen, die bei der Pisa-Studie irgendwas falsch machen würden.
    Aber wie uns ja schon lange erklärt wurde, hat die Bundeswehr ja nicht mehr nur primär die Landesverteidigung zur Aufgabe:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13778/1.html

    Es gibt schliesslich neue Aufgaben, die erfüllt werden müssen, neue Länder die erobert ääähmm "befreit" werden müssen und es wird immer einen neuen US-Hintern geben, der genug Platz für bestimmte Köpfe bietet.

    Das schreit doch förmlich nach einer Umbenennung der Bundeswehr... das ist doch gar nicht mehr zeitgemäß... hmm... "Weltwehr"? Neee, das klingt zu passiv... "Bundesarmee"? kommt schon besser... was streben wir denn eigentlich an? ... ah jetzt hab ich's: "Imperialarmee". Man muss ja nen Namen wählen der auch in fünf bis 10 Jahren noch Aussicht auf Aktualität hat. Naja, mal wieder weg von meine abstrusen Gedanken und zurück zu dem Artikel.

    Von der "Sprachlosigkeit" im Angesicht des "feigen, menschenverachtenden Anschlags" und des "viel zu frühen, gewaltsamen Todes" hat vor der Rede Jungs Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker gesprochen. Eine Sprachlosigkeit, die nur durch das Wort Gottes überwunden werde: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?" Die Auferstehung als Hoffnung. Das Leben gehe weiter, sage man, so der Dekan, mitunter, und das sei im Angesicht Jesu auch berechtigt. Das Leben geht weiter, auch in Afghanistan, wo sich nach den Worten Jungs die Sicherheitslage verschärft hat.

    Hmm, was soll man dazu groß sagen? Applaus für diese tolle Show. Liebe Politiker, zählt doch nochmal nach, wie viele Waffen von Deutschalnd aus jährlich exportiert werden und stellt euch die Frage, ob die unsere Käufer damit auf Tontauben schiessen.. und DANN sprecht euch nochmal von irgendeiner Schuld frei. Sprecht dann von Menschenverachtung. Jetzt die USA bedingungslos unterstützen, die überhaupt erst Taliban hochgerüstet haben... tja so Sprengfallen wachsen auch nicht an Gottes wunderbaren Granat(apfel)bäumen.
    Es heisst auch: "Selig die, die Frieden stiften." Viele Soldaten - vielleicht sogar der Großteil - setzen in Afghanistan täglich ihr Leben auf's Spiel in dem festen Glauben, dass sie etwas positives dort bewirken. Ich glaube natürlich nicht, dass es alles kriegsgeile, mordlüsterne Fanatiker sind... aber ich glaube auch, dass viele dieser Soldaten nicht wissen - oder nicht wahrhaben wollen - dass sie von einer Regierung da hin geschickt werden, die die Gefahr und das Unrecht in Afghanistan überhaupt erst mitverursacht haben.... mitverursacht durch Waffenexport, Bewachung der Opiumfelder und die permanente, rückgradlose Unterstützung der imperialistischen USA. Oh welch ein Wunder dass wir da vielleicht auch nicht mehr überall everybody's darling sind.
    Die Sicherheitslage hat sich verschärft? Ähhhhm hallo war das nicht zu erwarten? Kommt das tatsächlich so überraschend? Schliesslich wird Afghanistan besetzt. Oh und ich würde mich freuen, wenn diesbezüglich ein Widerspruch kommt, denn wenn es nur um "Friedenssicherung" geht, dann kann ja auch Russland uneingeschränkt lange in Georgien bleiben.

    Wer ist jetzt schuld an dem Tod?
    Wer hat die Soldaten denn da hin geschickt? Wir?
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,490273,00.html

    Oder doch eher DIE,
    http://www.abgeordnetenwatch.de/verlaengerung_afghanistan_einsatz_isaf_tornado-636-138.html

    die nicht so entschieden haben, wie WIR es eigentlich wollen.

    "Von der "Sprachlosigkeit" im Angesicht des "feigen, menschenverachtenden Anschlags" und des "viel zu frühen, gewaltsamen Todes" hat vor der Rede Jungs Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker gesprochen."

    Sprachlos kann man da sein, ja ... aufgrund eines solch feigen und menschenverachtenden Anschlags, den unsere Bundesregierung hinter unserem Rücken - nein, schlimmer noch: direkt vor unseren Augen - auf den Volkeswillen verübt hat und beschlossen hat, dass auch zukünftig noch weitere Soldaten ihr Leben für diese ach so gerechte Sache lassen.

    SHAME ON YOU.

    Update:

    Und ganz frisch grad gelesen:
    http://www.jungewelt.de/2008/09-02/057.php

    Tja, wenn die Soldaten töten, wird's mit der Jugend und Übereifer entschuldigt, wenn sie sterben, wird ihre Jugend glorifiziert und ihr Eifer gelobt.

  • Review - Fliegerhorst Büchel - Nina Hagen - Presse und die Wirklichkeit

    So, also ich kann jetzt Infos aus erster Hand hier weitergeben.

    Erstens mal: Die Pressemeldungen sind - wen wunderts - stark verzerrt.

    Hier ist von 2000 Demonstranten die Rede, Nina Hagen wird jedoch mit keinem Wort erwähnt,
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gegen-die-geheimen-atombomben/

    hier waren es dann in der Überschrift nur noch einige hundert, die zunächst friedlich waren, aber dann in das Gelände des Fliegerhorstes eindringen wollten.

    http://www.pr-inside.com/de/hunderte-protestieren-in-buechel-gegen-r780622.htm

    Relativ nah an der Wahrheit ist folgender Artikel:

    http://www.linie1-magazin.de/linie1/news/Politik/artikel.php?id=31639

    Jedoch stimmt die Zahl der Polizeibeamten nie und nimmer. Es waren wesentlich mehr als 200.

    Meiner Schätzung nach waren es wohl eher 1000 Polizisten, da mag ich vielleicht aber auch zu hoch greifen. Ein Bekannter, der bei der Polizei arbeitet, war aber dort im Einsatz und er meinte, dass es etwa 700 Polizisten gewesen wären. Da traue ich demInsiderwissen natürlich eher als der Presse.

    Kurzes Review von unserem Eindruck:

    Wir sollten um 12:00 Uhr mittags da sein für soundcheck....
    um 15:00 Uhr haben wir immernoch keinen soundcheck gehabt, dafür die Nina Hagen Band drei Stunden.
    Natürlich wird dem "Headliner" bei so etwas mehr Zeit eingeräumt als den Vorgruppen, das ist ja klar, aber auch WIR wollen bei einem Gig unser Bestes geben und das kann man nicht, wenn man keinen entsprechenden sound hat. Die Orga war wohl irgendwie sehr chaotisch. Bis zum Nachmittag konnte uns noch nicht mal jemand sagen um welche Uhrzeit wir spielen sollen. Dann ging der soundcheck, den wir ja auch noch brauchten von unserer Spielzeit ab (den anderen Bands ging das übrigens genau so), so dass wir einige songs gar nicht spielen konnten.

    Mit meinem Backstage-Pass war ich natürlich schon ganz schön stolz und dachte mir, dass ich endlich mal Nina Hagen kennen lernen könnte, meiner Ansicht nach die prominenteste deutsche Wahrheitsaktivistin. Dachte an anregende Diskussionen und Gedankenaustausch... nix war's.

    Ich will nicht verurteilen oder allzu sehr werten,ich will nur sagen, was mein Eindruck war: Mein Eindruck war, dass Nina und ihre Band wegen irgendetwas tierisch angenervt waren und sich komplett aus dem Geschehen zurückgezogen haben. Mag sein, dass das überhaupt nicht ihre Absicht war, aber wir haben ALLE auf der gleichen Bühne gestanden und uns für die gleiche Sache eingesetzt und wir ALLE haben unseren künstlerischen Anspruch und auch das Recht, als Künstler wahrgenommen zu werden.
    Für mich war es wirklich sehr demotivierend, wie Luft behandelt zu werden, es hat mich gekränkt.Nicht, dass sie sich mit mir persönlich hätte abgeben sollen oder so. Nein, so geltungsbedürftig bin ich dann doch nicht, aber ich hätte schon erwartet, dass in irgendeiner Form wenigstens mal irgendeine Kontaktaufnahme von Ninas Seite aus mit den anderen Musikern stattgefunden hätte. Es waren vier Bands, also alles schön überschaubar. Da hätte man sich ja mal zu uns setzen können, anstatt den ganzen Tag im Nightliner zu verbringen.
    Ich will ihr nicht unrecht tun, sie kam schliesslich direkt von L.A. nach Büchel, war vermutlich tierisch gestresst und müde, aber hey, das ist aber nunmal das Leben das man als Künstler führt. Und auch jede andere Band, auch WIR haben unsere Fahrt nach Büchel gemacht, mussten viele Dinge im Vorfeld organisieren, haben unsere Bühnenshow gemacht und uns verausgabt, hatten mehr Kosten als alles andere (war ja alles für den guten Zweck und für uns sind hundert Euro Benzinkosten jede Menge Geld)

    Demnach denke ich schon, dass man da nicht als Lückenfüller und Wasserträger benutzt werden muss. Dass Nina dann auch bei den Konzerten nicht im Publikum oder wenigstens im abgesperrten Bereich Präsenz zeigte, um die Bands auf der Bühne irgendwie anzuspornen und moralisch zu unterstützen war für mich auch eine Enttäuschung.
    Dies führte auch letztlich dazu, dass ich nicht mehr bis zu ihrem Konzert geblieben bin, sondern wir vorzeitig abgereist sind, nachdem wir gespielt haben.
    So gern ich da auch einen Kontakt hergestellt hätte, ich hab es nicht notwendig vor irgendjemandem zu buckeln, das sollte generell niemand notwendig haben. Schade dass es so gelaufen ist und nicht anders. Vielleicht bekomen wir ja auch nochmal offizielle Rückmeldung, warum die Stimmung so unterkühlt war. Es ist auch nur mein persönlicher Eindruck und ich weiß nicht, was die Hintergründe dafür sind.

  • Das Putin-Interview

    Beim Spiegelfechter bin ich auf das vollständige Interview gestossen, das die ARD mit Putin gemacht hat.

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/392/das-interview

    Ich denke, dass ich unter Verweis auf die Quelle das ohne weiteres hier veröffentlichen darf, denn es sollten so viele Menschen wie möglich  diese Infos erhalten, da sie - wenn man es mal  genauer betrachtet - den Schluß zulassen, dass in unseren Medien kein Platz für USA-Kritik ist, wohl aber für Russland-Kritik. Die Meinungsmanipulation stinkt zum Himmel und dieses Interview sollte meiner Ansicht nach auf so vielen Seiten wie möglich veröffentlicht werden.

     

    Die herausgeschnittenen Teile sind die markierten. Für das komplette Videointerview gibt es auch ein paar you-tube-quellen:

    Thomas Roth: Herr Ministerpräsident, nach der Eskalation in Georgien sieht das Bild in der internationalen Öffentlichkeit so aus damit meine ich Politik, aber auch Presse: Russland gegen den Rest der Welt. Warum haben Sie Ihr Land mit Gewalt in diese Situation getrieben?
    Wladimir Putin: Was meinen Sie, wer hat den Krieg begonnen?
    Thomas Roth: Der letzte Auslöser war der georgische Angriff auf Zchinwali
    Wladimir Putin: [Ich] Danke Ihnen für diese Antwort. So ist es auch, das ist die Wahrheit. Wir werden dieses Thema später ausführlicher erörtern. Ich möchte nur anmerken, dass wir diese Situation nicht herbeigeführt haben.

    Wladimir Putin: Ich bin überzeugt, dass das Ansehen eines jeden Landes, das im Stande ist, das Leben und die Würde der Bürger zu verteidigen, eines Landes, das eine unabhängige Außenpolitik betreiben kann, dass das Ansehen eines solchen Landes mittel- oder langfristig steigen wird. Umgekehrt: Das Ansehen der Länder, die in der Regel die Interessen anderer Staaten bedienen, die die eigenen nationalen Interessen vernachlässigen unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen , wird sinken.
    Roth: Sie haben die Frage trotzdem noch nicht beantwortet, warum Sie die Isolation ihres ganzen Landes riskiert haben
    Putin: Ich dachte, geantwortet zu haben, aber wenn sie zusätzliche Erklärungen brauchen, das mache ich. Unser Land, das die Würde und den Stolz unserer Bürger verteidigen kann, und die außenpolitischen Verpflichtungen im Rahmen der Friedensstiftung erfüllen kann, wird nicht in Isolation geraten, ungeachtet dessen was unsere Partner in Europa und USA im Rahmen ihres Blockdenkens sagen. Mit Europa und den USA endet die Welt nicht. Und im Gegenteil, ich möchte es nochmal betonen: Wenn Staaten ihre eigene nationale Interessen vernachlässigen, um außenpolitische Interessen anderer Staaten zu bedienen, dann wird die Autorität dieser Länder unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen , nach und nach sinken. D.h. wenn die europäischen Staaten die außenpolitischen Interessen der USA bedienen wollen, dann werden sie, aus meiner Sicht, nichts dabei gewinnen.
    Jetzt reden wir mal über unsere internationalen rechtlichen Verpflichtungen. Nach internationalen Verträgen haben die russischen Friedenstifter die Pflicht, die zivile Bevölkerung von Südossetien zu verteidigen. Und jetzt denken wir mal an 1995 (Bosnien). Und wie ich uns Sie gut wissen, haben sich die europäischen Friedensstifter, in dem Fall repräsentiert durch niederländische Streitkräfte, nicht in den Konflikt eingemischt und haben einer Seite damit erlaubt, einen ganzen Ort zu vernichten. Hunderte wurden getötet und verletzt. Das Problem und die Tragödie von Srebrenica ist in Europa sehr bekannt. Wollten Sie, dass wir auch so verfahren? Dass wir uns zurückgezogen hätten und den georgischen Streitkräften erlaubt hätten, die in Zchinwali lebende Bevölkerung zu vernichten?
    Roth: Herr Ministerpräsident, Kritiker sagen, Ihr eigentliches Kriegsziel war gar nicht, nur die südossetische Bevölkerung aus Ihrer Sicht zu schützen, sondern zu versuchen, den georgischen Präsidenten aus dem Amt zu treiben, um den Beitritt Georgiens über kurz oder lang zur NATO zu verhindern. Ist das so?
    Putin: Das stimmt nicht, das ist eine Verdrehung der Tatsachen, das ist eine Lüge. Wenn das unser Ziel gewesen wäre, hätten wir vielleicht den Konflikt begonnen. Aber, wie sie selbst sagten, das hat Georgien gemacht. Jetzt gestatte ich mir, an die Tatsachen zu erinnern. Nach der nicht legitimen Anerkennung des Kosovo haben alle erwartet, dass wir Südossetien und Abchasien anerkennen. Alle haben darauf gewartet und wir hatten ein moralisches Recht darauf. Wir haben uns mehr als zurückgehalten. Ich will das auch nicht kommentieren. Ja, mehr noch, wir haben das geschluckt. Und was haben wir bekommen? Eine Eskalation des Konfliktes. Überfall auf unsere Friedensstifter. Überfall und Vernichtung der friedlichen Bevölkerung in Südossetien. Das sind Tatsachen, die angesprochen wurden. Der französische Aussenminister war in Nordossetien und hat sich mit Flüchtlingen getroffen. Die Augenzeugen berichten, dass die georgischen Streitkräfte mit Panzern Frauen und Kinder überfahren haben, die Leute in die Häuser getrieben und lebendig verbrannt haben. Georgische Soldaten haben, als sie nach Zchinwali kamen, - so im vorbeigehen Granaten in die Keller und Bunker geworfen, wo Frauen und Kinder sich versteckt hatten. Wie kann man so etwas anders nennen, als Genozid?
    Und jetzt zur Regierung in Georgien.

    Das sind die Menschen, die ihr Land in die Katastrophe getrieben haben, die georgische Führung hat das mit eigenen Aktionen gemacht. Die Staatlichkeit des eigenen Landes torpediert. Solche Menschen sollten keinen Staat führen, ob groß oder klein. Wären sie anständige Personen, sollten sie unbedingt zurücktreten.
    Roth: Das ist jedoch nicht Ihre Entscheidung, sondern die der georgischen Regierung.
    Putin: Natürlich, jedoch kennen wir auch Präzedenzfälle, die einen anderen Charakter haben. Ich erinnere nur die amerikanische Invasion des Iraks und was sie mit Saddam Hussein gemacht haben, weil dieser ein paar schiitische Dörfer vernichtet hatte. Und hier wurden in den ersten Stunden der Kampfhandlungen auf südossetischem Territorium 10 ossetische Dörfer vollständig vernichtet (ausradiert).
    Roth: Herr Ministerpräsident, sehen Sie sich denn im Recht, in das Territorium eines souveränen Staates, nämlich Georgien, vorzudringen und dort Bombardierungen durchzuführen? Ich selbst sitze hier nur aus purem Zufall mit Ihnen, da buchstäblich einige Meter von mir eine Bombe explodiert ist, die aus Ihrem Flugzeug abgeworfen wurde. Gibt Ihnen das aus völkerrechtlicher Sicht das Recht
    Putin: Natürlich, haben wir ein Recht darauf …
    Roth: Ich will nochmal darauf hinweisen: Die Bombe ist auf ein Wohnhaus abgeworfen worden.

    Putin: Wir haben uns absolut im Rahmen des Völkerrechts bewegt. Wir haben den Angriff auf unsere Friedensstifter, auf unsere Bürger als ein Angriff auf Rußland aufgefasst. In den ersten Stunden der Kampfhandlungen töteten die georgischen Streitkräfte mehre Dutzend unserer Blauhelme. Haben unseren südlichen Posten, da war südlicher und nördlicher, mit Panzern eingekreist und direkt beschossen. Als unsere Blauhelmsoldaten die Technik aus einem Hangar holen wollten, wurde ein Schlag mit dem Artilleriesystem Grad ausgeführt. 10 Leute, die in diesen Hangar reingingen, wurden auf der Stelle getötet (lebendig verbrannt). Danach hat die georgische Luftwaffe Luftschläge in verschiedenen Punkten in Südossetien durchgeführt. Nicht in Zchinwali, sondern inmitten von Südossetien. Und wir sahen uns gezwungen, die Verwaltungspunkte der georgischen Streitkräfte, die sich außerhalb der Konfliktzone befanden, unschädlich zu machen. Das waren solche Punkte, von wo die Artillerieschläge und die Luftangriffe auf russische Blauhelme koordiniert und ausgeführt wurden.
    Roth: Ich hatte ja gesagt, dass auch die Bombardierung der Zivilbevölkerung stattgefunden hat. Sie haben womöglich nicht alle Informationen.
    Putin: Ich verfüge möglicherweise nicht über alle Informationen. Im Zuge der Kampfhandlungen sind Fehler möglich. Jetzt gerade hat die amerikanische Luftwaffe in Afghanistan einen Schlag gegen die Taliban durchgeführt und hat fast 100 Leute aus der Zivilbevölkerung getötet. Das ist die erste Möglichkeit. Die zweite, die wahrscheinlicher ist: die Verwaltungspunkte der georgischen Artillerie, der Luftwaffe und Radarstationen wurden mutwillig mitten in den Wohngebieten platziert, damit die Wahrscheinlichkeit der Luftschläge gegen diese minimiert wird. Sie haben die Zivilbevölkerung und Sie als Geiseln benutzt.
    Roth: das ist eine Mutmaßung.

    Roth: Der französische Außenminister Kouchner hat viele Sorgen geäußert in den letzten Tagen, als Minister der Ratspräsidentschaft. Er hat auch die Sorge geäußert, dass der nächste Konfliktherd um die Ukraine beginnt, nämlich um die Krim, um die Stadt Sewastopol. Ist die Krim das nächste Ziel, der Sitz der Schwarzmeerflotte?
    Putin: Sie sagten das nächste Ziel. Wir haben auch hier kein Ziel gehabt. Deshalb ist es nicht korrekt, so zu reden.
    Roth: Schließen sie das aus?
    Putin: Und, wenn Sie gestatten, dann bekommen Sie eine zufriedenstellende Antwort: Die Krim ist kein kritisches Territorium, da hat es keinen ethnischen Konflikt gegeben, im Unterschied zum Konflikt zwischen Südossetien und Georgien. Und Russland hat längst die Grenzen der heutigen Ukraine anerkannt. Im Grunde genommen haben wir die Grenzverhandlungen abgeschlossen. Da bleiben nur Demarkationsangelegenheiten, das ist eine technische Angelegenheit. Und eine solche Frage riecht nach Provokation. Da gibt es innerhalb der Krim komplizierte Prozesse, Krim-Tataren, ukrainische Bevölkerung, russische Bevölkerung, also slavische Bevölkerung. Das ist aber ein internes Problem der Ukraine. Es gibt einen Vertrag über die Flotte bis 2017.
    Roth: Ein anderer Außenminister, dieses mal der britische, Herr Millbrand äußerte seine Bedenken, dass ein neuer Kalter Krieg beginnt. Ein neuer Rüstungswettlauf. Wie würden sie die Situation einschätzen? Stehen wir jetzt an der Grenze zu einer neuen Eiszeit, einem neuen Kalten Krieg, dem Beginn eines neuen Rüstungswettlaufs? Wie sehen sie das?
    Putin: Wissen sie, es gibt so einen Witz: Wer schreit als erster: Haltet den Dieb? - Derjenige, der gestohlen hat.
    Roth: Der Außenminister von Großbritannien.
    Putin: Das haben sie so gesagt. Wunderbar. Es ist eine Freude mit ihnen zu reden. Aber sie haben es gesagt.

    Roth: Wo stehen wir? Ist es nur eine Eiszeit, ist es schon ein kalter Krieg, hat das Wettrüsten schon begonnen oder schließen sie alles aus?
    Putin: Russland strebt keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen. Obwohl auch das sein kann. Wir wollen gutnachbarschaftliche, partnerschaftliche Beziehungen unterhalten. Wenn Sie erlauben, dann sage ich, was ich darüber denke. Es gab die Sowjetunion und den Warschauerpakt. Und es gab die sowjetischen Streitkräfte in der DDR, und man muss es ehrlich zugestehen, das waren Okkupationskräfte, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland geblieben sind unter dem Deckmantel der Koalitionsstreitkräfte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion, des Warschauerpaktes sind diese Okkupationskräfte weg. Die Gefahr von Seiten der Sowjetunion ist weg. Die NATO aber, die amerikanischen Streitkräfte, in Europa sind immernoch da. Wofür?
    Um Ordnung und Disziplin in den eignen Reihen zu halten, um alle Koalitionspartner innerhalb eines Blocks zu halten, braucht man eine außenstehende Gefahr. Und Iran ist da nicht ganz passend für diese Rolle. Man will daher einen Gegner wiederauferstehen lassen und dieser soll Rußland sein. In Europa jedoch fürchtet uns niemand mehr.

    Roth: Die Europäische Union in Brüssel wird über Russland reden. Es wird wohl auch über Sanktionen gegen Russland zumindest geredet werden, möglicherweise werden sie beschlossen. Macht Ihnen das irgend eine Art von Sorge oder ist Ihnen das egal, weil Sie sagen, die Europäer finden sowieso nicht zu einer Stimme?
    Putin: Würde ich sagen, wir pfeifen drauf, es ist uns egal, würde ich lügen. Natürlich verfolgen wir alles sehr aufmerksam. Wir hoffen, dass der gesunde Menschenverstand triumphieren wird, und wir glauben, dass eine nicht politisierte, sondern objektive Einschätzung der Ereignisse gegeben wird. Wir hoffen auch, dass die Aktionen der russischen Friedensstifter unterstützt werden und die Aktionen der georgischen Seite, diese verbrecherische Aktion durchgeführt hatte, sanktioniert werden.
    Roth: Herr Ministerpräsident, müssen Sie sich in Wirklichkeit nicht entscheiden? Sie wollen auf der einen Seite auf eine intensive Zusammenarbeit mit Europa nicht verzichten, Sie können es meines Erachtens wirtschaftlich auch gar nicht, andererseits wollen Sie trotzdem nach eigenen russischen Spielregeln spielen. Also auf der einen Seite ein Europa der gemeinsamen Werte, die Sie auch teilen müssen, andererseits spielen Sie nach russischen Spielregeln. Beides zusammen geht aber nicht
    Putin: Wir wollen nicht nach irgendwelchen besonderen Spielregeln spielen. Wir wollen, dass alle nach einheitlichen völkerrechtlichen Regeln vorgehen. Wir wollen nicht, dass diese Begriffe manipuliert werden, in einer Region die Regeln, in einer anderen die Regeln. Wir wollen einheitliche Regeln. Einheitliche Regeln, die die Interessen aller Teilnehmer berücksichtigen.
    Roth: Wollen Sie damit sagen, dass die EU je nach Region nach unterschiedlichen Regeln handelt, die nicht dem Völkerrecht entsprechen?
    Putin: Absolut. Wie hat man Kosovo anerkannt? Man vergaß die territoriale Souverenität der Staaten, die UN-Resolution 1244, die sie selbst beschlossen haben. Dort durfte man das und in Abchasien und Südossetioen nicht. Warum?
    Roth: D.h. Rußland ist einzig und allein fähig die Regeln des internationalen Völkerrechts zu bestimmen. Alle anderen manipulieren, machen es wie sie wollen? Hab ich Sie richtig verstanden?
    Putin: Sie haben mich falsch verstanden. Haben Sie die Unabhängigkeit Kosovos anerkannt? Ja oder Nein?
    Roth: Ich selbst nicht, ich bin Journalist.
    Putin: Die westlichen Länder. Im Grunde haben es alle anerkannt. Nur, wenn man es dort anerkennt, dann muss man auch die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien anerkennen. Es gibt überhaupt keinen Unterschied. Der Unterschied ist ausgedacht. Dort gab es ethnische Spannungen und hier gibt es ethnische Spannungen. Dort gab es Verbrechen praktisch von beiden Seiten-, und hier kann man die wahrscheinlich finden. Wenn man etwas gräbt, dann kann man die bestimmt finden. Dort gab es die Entscheidung, dass beide Völker nicht mehr zusammen in einem Staat leben können, und hier wollen sie es auch nicht. Es gibt keinen Unterschied und alle verstehen es in Wirklichkeit. Das alles ist nur Gerede, um rechtwidrige Schritte zu decken. Das nennt man, das Recht des Stärkeren. Und damit kann sich Rußland nicht abfinden.
    Herr Roth, Sie leben schon lange in Rußland, sie sprechen hervorragend, fast ohne Akzent, russisch. Dass Sie mich verstanden haben, wundert mich nicht. Das ist mir sehr angenehm, jedoch möchte ich auch sehr, dass mich meine europäischen K