
Gab es also doch mal einen kleinen Sieg für die Demokratie.
Weiss gar nicht was die Politiker jetzt so rumjammern, von wegen es hätte eine Sternstunde der Demokratie werden sollen... ich finde das WAR es.
Danke Irland.
Viele Leute, mit denen ich bislang über das Thema gesprochen habe, verstehen gar nicht warum ich so gegen den Reformvertrag bin. Sobald man was über Nationalstaaten erzählt ist klar, in welche Ecke man gedrängt wird. Das werden aber hoffentlich demnächst noch mehr Leute verstehen.
Interessant ist wieder einmal die Berichterstattung in den Medien. Wenn man denen glauben soll, dann ist anscheinend jeder der mit "nein" gestimmt hat,
1. Uninformiert über die Inhalte des Reformvertrages
2. Undankbar, in Anbetracht dessen, wie sehr Irland bislang von der EU profitiert hat.
Dass Menschen vielleicht auch einfach aus ÜBERZEUGUNG und nach ihrem GEWISSEN eine Abstimmung treffen, das ist natürlich UNSEREN Volksvertretern vollkommen fremd. Wen wunderts auch?
Aber woran liegt es denn, dass keine Volksentscheide mehr zu diesem Thema durchgeführt werden?
Die wissen ganz genau, dass wahrscheinlich diejenigen die "uninformiert" sind, nicht zur Wahl gehen, das würde die niedrige Beteiligung auch erklären... und dass diejenigen die "informierter" sind größtenteils wohl mit "nein" stimmen würden. Und das würde unter Umständen wieder diejenigen aufrütteln, die sich bislang noch nicht damit befasst haben.
Die einseitige Doktrin "EU ist was wunderbares" wird auch nicht durch tausendfache Wiederholung wahrer. Wenn ich der Ansicht bin, dass wir in Europa nicht als ein einzelnes Volk behandelt werden können, sondern in den verschiedenen Ländern unterschiedliche wirtschaftliche, kulturelle, ethische, politische Vorraussetzungen haben, die eine Volkssouveränität jedes einzelnen Landes erfordert, dann heisst das noch lange nicht dass ich mit Scheuklappen durchs Leben laufe, oder gar fremdenfeindliche Ambitionen habe (ganz und gar nicht) sondern dass ich auch unangenehme Wahrheiten ausspreche.
Es geht mir dabei auch nicht nur um unser land, sondern ich glaube, dass dadurch alle Länder Europas zerschlagen werden, das was die mentalität eines Landes ausmacht, wird in einem europäischen Einheitsbrei zermatscht.
Natürlich sind das nicht nur die primären Gründe für die Ablehnung des Reformvertrages, sondern ebenso das neoliberale Wirtschaftsdogma, die Militarisierung und die generelle Beschneidung der demokratischen Grundrechte.
Während Frankreich, Niederlande, Dänemark und Irland schon bei entsprechender Gelegenheit ihr Nein zum Ausdruck brachte, wird nach wie vor in den Medien es so dargestellt, als wäre dieses jüngste Nein nur ein undankbarer Ausrutscher gewesen.
Bevor uns weiterhin dieser Schwachsinn untergejubelt wird, was wir zu denken haben und wie unsere Haltung angeblich zum Reformvertrag ist, fordere ich nach wie vor auch in Deutschland eine Abstimmung des Volkes. Dann werden wir ja sehen, ob eine tatsächliche Einigkeit zum Thema Europa besteht, oder ob das nur wieder eines der Lügenmärchen ist, die uns erzählt werden, um uns weiter gefügig zu machen.